Dr. Andrea Hötger Supervision Coach Paderborn Borchen

ErkundenErkunden - eine der ursprünglichsten Arten, sich zu entwickeln

Erinnere Dich an Deine Kindheit – oder schaue Kindern zu. Wie erobern Kinder die Welt? Versuch und Irrtum. Ausprobieren – darauf zu gehen. Die einen etwas vorsichtiger, die anderen draufgängerischer - das ist Typsache. Beide kommen zum Ziel: das zu lernen, was sie brauchen um handlungsfähiger zu werden, mehr Selbstwirksamkeit zu erfahren und den Spielraum zu erweitern.
Wie kann Erkunden als Erwachsener aussehen, wenn Du weiterhin in dieser bewegten VUKA-Welt selbstwirksam sein und mit vereinten Kräften Dein Team oder Größeres an Deinem eigenen Ort weiter entwickeln willst? Drei Arten des Erkundens können hilflreich sein.

1. Die eigenen Motivationen und Ressourcen erkunden

Obgleich ich der festen Überzeugung bin, dass wahre Quantensprünge in Entwicklungen, wahren Transformationen nur dann zustande kommen, wenn Grenzen oder Spannungen gespürt werden (s. Punkt 2), steht allem Voran die Wertschätzung sich selbst gegenüber. Alles, was Du bisher getan hast, hast Du so aus gutem Grund getan – und dabei so viele Ressourcen entwickelt. Das gilt auch für Dein ganzes Team. Die entscheidenden Fragen im Coaching und in der Teamentwicklung fragen nach dem, was gelungen ist, was positive Emotionen auslöst. „Wenn etwas funktioniert, mache mehr davon!“ – so ein lösungsorientierter Grundsatz. Die Erfahrung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit erzeugt Sicherheit – die Basis aller Entwicklung. Wie hast Du das geschafft, bis hierher zu kommen? Was hat Dich gezogen? Erzähle Deine Erfolgsgeschichte! So kannst Du – als Einzelner – oder ihr als Team – immer besser werden. Fokussiert Euch auf das, was ihr wollt und schaut, wo das immer schon mal funktioniert hat und welches das Muster dazu ist. Die Grundhaltung „wir können das“, „wir haben das Potential“ ist die Bedingung für weitere befriedigende Erfolge.Daraus kann vieles fruchtbar werden.


2. Die eigenen einengenden und neue Denkweisen erkunden

Manchmal jedoch braucht es noch etwas anderes. Da gibt es eine Enge im Denken, eine Art Sackgasse. Die Vorbedingung für die Neuentwicklung ist durch die alte Haltung begrenzt – oftmals die Zielsetzung schon innerhalb eines eingefahrenen Denkens angelegt, so dass die not-wendige Entwicklung nicht möglich ist. Wenn ein Team im Seniorencentrum, um den Qualitätsstandards zu entsprechen, sich zum Ziel gesetzt hat, Verhaltensstandards noch genauer zu beschreiben, so kann es sein, dass dieses gar nicht der Weg ist, der zur Verbesserung führt. Vielleicht geht es darum, dass die Kommunikation verbessert werden muss, um die immer vorhandenen Graubreiche zu besprechen. Beschäftigt sich das Team jedoch dauerhaft mit der Verbesserung des Regelwerks, so ist das – bei aller Notwendigkeit von Standards – auf Dauer vielleicht nicht das, was ein MEHR an Qualität bringt. Was ist die unausgesprochene – Verhaltens – oder Denknorm in Deinem Team, Deiner Organisation? Die Erkundung der oft nicht bewussten Rahmensetzung ist auch für jedes Individuum wesentlich. So kann es für jemanden, der sehr ehrgeizig danach fragt, wie er oder sie noch besser werden kann, eine interessante neue Weichenstellung sein, sich zu fragen, welche Norm ihn oder sie antreibt. Als Coach kann ich versuchsweise eine andere Norm anbieten, um diese einengende Denkgrenze zu erkunden und aufzuweichen. Oder einfach den Coachee selbst auf Entdeckungsreise nach der genau für ihn stimmigen neuen Haltung auf Entdeckungsreise gehen lassen.


3. Im Außen die Welt erkunden – und Neues erfahren

Was müsstest Du tun, um Deine Komfortzone zu verlassen? Genau dahin gilt es aktiv zu forschen. Welche Kultur ist Dir fremd? Das können Länder aber auch Szenen sein – Szenen, die teilweise gar mit Vorurteilen bespickt sind. Wir sollten uns immer mal wieder auf Expedition begeben – in einer Form, in der wir uns wirklich dem Fremden, dem Neuen annähern. Du könntest eine Art „Praktikum“ in einer anderen Welt machen – einer, die Deiner Alltagswelt fremd ist. Das kann – je nach Ausgangslage in der Businesswelt oder der Sozialwelt, in der Verwaltung oder der Forschung liegen. Wir müssen nicht alles können, aber es macht beweglich und handlungsfähig, wenn wir uns auf Fremdes gedanklich und emotional einlassen. Die systemische Grundeinstellung „es kann immer auch anders sein“, will gepflegt werden, wenn Du Dich mit der eigenen und der Entwicklung anderer beschäftigst. Im Kleinen kann es auch darum gehen, dass Du Interviews mit Menschen in ähnlichen Branchen aber anderen Herangehensweisen führst. Wichtig ist bei allem, dass Du Deine Systemgrenze verlässt, denn das eigene System hat eine eingegrenzte Vorstellung von sinnhaftem Verhalten – aber wie gesagt „es könnte immer auch anders sein.“


Ich wünsche Dir viel Freude dabei, mit kindlicher Neugierde fremde Welten zu erkunden, und dabei neue Möglichkeitsräume zu eröffnen.

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