Dr. Andrea Hötger Supervision Coach Paderborn Borchen

Fire-Modell ResilienzLernen von langlebigen Organisationen

Im spannenden zweiten Teil des Buches „Die resiliente Organisation“ von Karsten Drath recherchiert er Schutz- und Risikofaktoren anhand unterschiedlicher Organisationstypen. Er beginnt mit dem – man wundert sich - organisierten Verbrechen. Einen wichtigen Faktor neben anderen stellt hier die starke Identifikation dar – die Mafia als Ersatzfamilie. Zugehörigkeitsgefühle und die hohe Verbundenheit untereinander fördern das lange Überleben nicht nur solcher Organisationen. 

Weiter lenkt er den Blick in die ältesten Unternehmen der Welt. Auffällig ist hier, dass die überragende Mehrheit weniger als 300 Mitarbeiter haben und eher konservativ wirtschaften. Die nächste Sparte, die er untersucht sind die High Reliability Organizations. In diesen hochsensiblen Organisationen, wie z.B. Flugzeugträgern oder Krankenhäusern, ist es besonders wichtig, Fehler wahrzunehmen, um aus ihnen zur weiteren Optimierung lernen zu können. Besonders erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich nicht zuletzt durch den Sowohl-als-auch-Ansatz – ich nenne es Paradoxiemanagement – aus. Selbstbestimmung und Selbstorganisation bei gleichzeitig regelmäßiger Reflexion der Arbeit hingegen sind wesentliche Schutzfaktoren in agilen Unternehmen. Als letzten Typ schaut Drath auf achtsame Organisationen, die insbesondere durch eine sichere Struktur und gemeinsame Rituale geschützt sind. Aus all den Recherchen resümiert er einerseits allgemeine Resilienzprinzipien und andererseits spezielle Resilienzprinzipien für die Organisationsformen nach Laloux.

KristallNichts ist gerade normal. Wir können kaum weiter machen wie bisher. Das ist ein Fluch und bisweilen auch ein Segen. Arbeit will neu sortiert und priorisiert und anders angegangen werden. Eine Herausforderung, in der auch eine Chance neuer Fragen liegt: „Was soll ich tun?“ – STOP, das ist die falsche Frage. Sie richtet ihr Augenmerk nur nach außen. Motivation geschieht jedoch durch Intention, durch meinen inneren Leitfaden. Also lautet die Frage: Wovon bin ich überzeugt, dass es wirklich wichtig und sinnvoll ist, es zu tun?

Und:
Wie kann ich meine Aufgaben tun, damit sie mir wirklich gerecht werden?

Goethe Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes und Seelenlebens 1809Inspiration durch sinnliche Erfahrungen

Unser Gehirn meldet derzeit Gefahr. Wir sind wachsam und auf Überlebensmodus gepolt. Neuste Infektionskurven, existentielle Bedrohungen nicht nur für die Gesundheit, sondern für das eigene Unternehmen beschäftigen uns. Es rattert innerlich wie äußerlich auf Hochtouren: Wie stelle ich auf virtuelle Dienstleistungen um? Wie komme ich an Ausgleichszahlungen? Gleichzeitig: Wie funktioniert das Leben mit Homeoffice – jetzt auch noch mit der vollen Verantwortung für die nicht anderweitig betreuten Kinder im Hintergrund, die je nach Alter gelangweilt herumturnen oder unproduktiv herumchillen.
Es gibt inzwischen viele Artikel zur Umdeutung der Krise als Chance zur Entschleunigung und zu gesellschaftlichem Umdenken. Außerdem gibt es praktische Tipps für gelungenes Homeoffice mit gutem Selbstmanagement. Beides finde ich unbedingt wertvoll. Und doch ist es schwer, in einen wirklich gedeihlichen Modus zu finden, wenn mindestens ein Drittel des Gehirns nur auf Störung wartet. Wie schaffe ich es, das Mehr an Zeit zu einem Mehr an Qualität zu wandeln?
Ich zum Beispiel eiere schon seit Tagen an einem Konzeptpapier herum und fühle mich lustlos, frei von Ideen und ständig abgelenkt von innen wie von außen.

Was also tun?

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